Hochzeitsfotograf Matthias

Workshop Hochzeitsfotografie | Teil 3 – Komposition und Bildgestaltung

Komposition und Bildgestaltung. Nach den ersten beiden Teilen dieser Reihe über die Bildgestaltung in der Hochzeitsfotografie, „Was macht ein gutes Bild aus?“ und „Was tun bei schlechtem Licht?„, will ich mich heute den Elementen der Komposition und Bildgestaltung zuwenden.

Workshop Hochzeitsfotografie Beispielfoto für Komposition und BildgestaltungWorkshop Hochzeitsfotografie Komposition und Bildgestaltung

Doch vorweg noch eine Bemerkung: Vielleicht habe ich den einen oder anderen Leser durch meine Bemerkungen in Teil 2 dieser Reihe und der These, dass es eigentlich kein schlechtes Licht geben würde, sondern dass es einfach darauf ankommen würde, das vorhandene Licht in jeder Situation richtig einzusetzen, enttäuscht. Ich denke aber tatsächlich, dass es keine einfachen Rezepte für den Umgang mit dem Licht gibt. Zumal in einem Bereich der Fotografie, in dem sich die Dinge häufig so schlecht planen lassen, wie in der Hochzeitsfotografie. Ein Hochzeitsfotograf muss versuchen aus jeder Situation das beste zu machen. Daher will ich lieber Denkanstöße geben, als Rezepte (die habe ich nämlich auch nicht) zu verteilen, die Ihnen sowieso nichts bringen.

Und noch eine Bemerkung in eigener Sache: Die Workshop Artikel sind die Summe meiner Erfahrungen. Pure Praxis. Da ich bekennender Autodidakt bin, und in meinem Fotografenleben genau einen Workshop besucht habe, ist das, was hier steht, selbst erlebt und nirgendwo abgeschrieben. Auf der anderen Seite bitte ich um Verständnis, wenn es hier und da etwas holperig ist und man einiges bestimmt besser gliedern könnte.

Ich werde mich in späteren Artikeln auch wieder dem Licht widmen. Nun soll es aber erst einmal um Element 2 der Bildgestaltung gehen.

Die Komposition

 

Die Komposition eines Bildes würde ich in die folgenden Bereiche aufteilen:

  • das Motiv / was soll das Bild aussagen?
  • Licht und Schatten
  • Schärfe und Unschärfe
  • Vordergrund und Hintergrund

Ferner gibt es Elemente, die man für eine interessante Bildgestaltung verwenden kann, wie:

  • Blickführungslinien
  • Negativer Raum
  • Reflexionen

Es gibt einige Regeln der Bildgestaltung, die fast immer angewendet werden können:

  1. bei Weitwinkelaufnahmen sollte alles möglichst scharf abgebildet sein
  2. bei Portraitbildern ist Unschärfe meist förderlich für die Bildgestaltung
  3. Spielen Linien eine Rolle: fotografiere von der Mitte aus gesehen

Doch nun zu einigen Beispielen:

Bild 1

1-hochzeitsfotografie-workshop-bildgestaltung

zu Bild 1: Decken Sie bitte die linke Hälfte des Bildes ab. Was bleibt übrig? Bestenfalls ein nettes Portrait eines Paars in London. Durch das einbeziehen des Geländers ziemlich genau an der Naheinstellungsgrenze des Objektivs konnte ich eine Diagonale und Blickführungslinien ins Bild einbauen, die es zu einem Eyecatcher macht, und dem Bild selbst räumliche Tiefe verleiht.

Bild 2

2-hochzeitsfotografie-workshop-bildgestaltung

zu Bild 2: Das Bild spielt mit Licht und Schatten. Das Paar ist vor dem Himmel genau freigestellt und erzeugt durch seine Pose einen Moment. Es scheint völlig losgelöst vom Trubel des Feierabendverkehrs.

Bild 3

Workshop Hochzeitsfotografie Beispielfoto für Komposition und Bildgestaltung

zu Bild 3: Das Bild vom Anfang des Artikels und eines meiner Lieblingsbilder. Nur welches? Das Rechte oder das Linke? Das Linke ist komplett umscharf und das Rechte dort wo es nötig ist, scharf. Welches gefällt Ihnen besser? Was sagt uns das über Bildkompositionen?

Im nächsten Artikel werde ich mich weiter mit dem Thema Komposition und Bildgestaltung beschäftigen. Bis dahin aufwiederlesen und

immer gutes Licht,

Matthias Richter

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