Hochzeitsfotograf Matthias

Die Leica M9 Erfahrungen Teil 1

Leica M9 Erfahrungen. Dieser Artikel soll der erste in einer Serie über meine Erfahrungen mit der Leica M9 sein. Wer Fragen zum Thema hat, die meine Artikel nicht beantworten kann mir gerne eine Mail schreiben.

Leica Erfahrungen

Die Bilder die ich hier im Artikel zeige sind mit einer Test-Leica vor etwa 3 Wochen auf einem Spaziergang von Hamburg Eppendorf bis zu den Landungsbrücken entstanden.

Vor einigen Tagen haben ich mir eine Leica M9 gekauft. Es war keine leichte Entscheidung, denn immerhin kostet diese Kamera annähernd das dreifache einer Canon 5D M2 und die Leica Objektive liegen preislich beim doppelten bis dreifachen verglichen mit anderen Profi Optiken.

Seit ich mich mit der Fotografie beschäftige, was übrigens im Jahr 2002 begann als ich meine Frau Julia kennenlernte, war es komischerweise so, dass all meine Heros, z.B. David Alan Harvey, Henri Cartier Bresson, u.a. Leica Fotografen waren. 2 Bodys und jeweils eine Festbrennweite das war‘s was diese Könner für Ihre Bilder brauchten. Aber meine Fotografische Laufbahn begann dann eben doch mit einer Canon EOS 300 (Film) und es folgten die EOS 30, EOS 3 und später eine Mamiya Mittelformatkamera. Meine ersten Hochzeiten fotografierte ich noch auf Film und es dauerte eine ganze Zeit, mich davon zu überzeugen, dass der Schritt in die digitale Welt sinnvoll war.

Mit Leica Kameras habe ich mich seit dieser Zeit immer wieder beschäftigt, allerdings eben eher theoretisch.

Nun habe ich einige Tage und eine Hochzeit Erfahrungen gesammelt, und möchte hier ein wenig darüber berichten.

Erste Eindrücke

Die Leica M9 ist eine Kamera für Menschen, die meinen, dass das eigene Gehirn und die eigenen Augen ein besserer Computer sind, als die Automatiken der modernen DSLR‘s. Es gibt zwar eine Zeitautomatik und einen Schnappschussmodus, doch arbeitet man mit der Leica ohne Automatik. Die Leica hat mich in der kurzen Zeit auch gelehrt, dass Schärfe oder Unschärfe im Bild häufig überschätzt werden. Der Moment, das Licht die Komposition sind wichtigere Elemente in der Fotografie als eben die Schärfe. Die Leica ist so sehr für das manuelle fokussieren gemacht, wie es moderne DSLR Optiken eben nicht mehr sind. Mit einem 85mm 1,2 manuell zu fokussieren ist eine Sisyphusarbeit und ich weiss wovon ich spreche. Dies ist bei der Leica gänzlich anders. Das Schnittbildverfahren liefert Bilder für die der Begriff knackscharf möglicherweise erfunden wurde. Auf der anderen Seite beginnt man aber eben auch Entfernungen zu schätzen und eher hyperfocal oder mit zone focusing zu arbeiten.

Lautlos fotografieren

Hier möchte ich mit einem Mythos aufräumen. Die Leica M9 ist keineswegs lautlos und die älteren Leicas waren es auch nicht. Ich habe die M9 neben der M6 getestet, und das Auslösegeräusch ist keineswegs lauter oder leiser. Es klingt einen Tick anders, das ist alles.
Das Auslösegeräusch der Leica M9 ist verglichen mit dem der Canon 5D etwas leiser, es fällt aber deutlich weniger auf. Wieso? Es klingt einfach nicht nach einer Kamera. Es klingt eher wie ein leises Klack. Es wird von anderen nicht als das Auslösen eines Fotoapparats war genommen.

Die Leica M9 scheint im ersten Moment lauter als die M6, da die Automatik den Verschluss sofort wieder spannt, was ein längeres Geräusch erzeugt, und bei den älteren Modellen von Hand erledigt werden musste und auf einen Augenblick verschoben werden konnte, wenn es niemand bemerkt. Hier schafft aber der Diskret Modus Abhilfe. Hier löst man aus, und der Verschluss wird erst gespannt, wenn man den Auslöseknopf wieder loslässt.

Preis-Leistungsverhältnis

Man muss sich einfach vor Augen halten, dass Leica ein Mittelständisches Unternehmen ist, welches in viel geringeren Stückzahlen als z.B. Nikon, Canon oder Sony in Deutschland fertigt. Natürlich müssen die Kameras und Objetive teurer sein als die aus Fernost.

Die Leica ist allerdings wirklich nur etwas für Enthusiasten, denn andere werden es kaum hinnehmen, dass die Technik noch nicht wirklich im digitalen Zeitalter angekommen zu sein scheint. Das Display als Beispiel ist heute bei jeder Billigknipse um längen besser. Die Akkus haben eine Laufzeit die noch unter der Hälfte derer der ersten Canon 5D zu liegen scheint und die Leica überrascht immer wieder dadurch, dass sie mir etwa 40% Akkukapazität anzeigt und im nächsten Moment nach einem neuen Akku ruft…

Wer also bereit ist für Understatement und Unauffälligkeit sowie das Fotografieren zu Fuss das doppelte bis dreifache zu bezahlen, der ist hier richtig.

So, dies erst mal zu meinen ersten Eindrücken. In den nächsten Tagen gibt es Bilder von meiner ersten Hochzeit bei der ich eine Leica verwendet habe, und ich werde auch noch was zum Thema Bildqualität, ISO und Rauschen und was es sonst noch so gibt berichten.

Hier noch ein paar Bilder von meinem Spaziergang durch Hamburg:

02-leica-erfahrungsbericht

03-leica-erfahrungsbericht

04-leica-erfahrungsbericht

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