Standesamtliche Trauung Rathaus Hamburg. In der Reihe “Ein Bild und seine Geschichte” möchte ich heute eines zeigen, dass für meinen Beruf besonders charakteristisch ist. Du kommst an einen Ort und alles ist anders, als es geplant war. Also musst Du das beste daraus machen, und Du hast immer nur einen Versuch.

Standesamtliche Trauung Rathaus Hamburg

Standesamtliche Trauung Rathaus Hamburg

Elke und Johannes hatten sich sehr viel Mühe mit ihren Vorbereitungen gegeben, und alles war bereit für die absolute Traumhochzeit in einer Traumstadt, Hamburg. Doch schon am ersten Tag, dem Tag der standesamtlichen Trauung im Rathaus in Hamburg, gab es Komplikationen, den am Tag zuvor wurde auf dem Innenhof des Rathauses zum ersten Mal eine Oper gegeben. Eben dort, wo eigentlich der Sektempfang auf einem der schönsten Plätze Hamburgs stattfinden sollte, war fast jeder Zentimeter mit einer Bühne und Hundertschaften von Stühlen besetzt. Wie also auf die Schnelle schöne Portraits machen? Genau! Man fotografiert einfach nach oben.

Als ich dieses Bild machte lag ich also flach auf dem Rücken und konnte mit 16mm Brennweite gerade noch das Dach des Rathauses als Rahmen dazu nehmen. Dass die Sonne auch noch schien, war dann pures Glück. Aber wie hat ein berühmter Kollege einmal gesagt: Fotografen werden dafür bezahlt Glück zu haben.

Was lässt sich daraus lernen?

Hier zeigt sich auch die Stärke eines Stils, der auf Reportagebildern basiert: Wenn ich nicht auf der Suche nach Stereotypen bin und z.B. unbedingt eine Wiese und einen Baum oder ein Schloss brauche, um hübsche Bilder immer der gleichen Machart zu fotografieren, können mich unvorhergesehene Dinge nicht stören, weil sie sich wunderbar integrieren lassen, und machmal sogar die Augen öffnen. Hätte ich nach oben geschaut, wenn der Innenhof des Rathauses frei gewesen wäre? Hätte ich mich auf den Rücken gelegt? Ich weiss es nicht. Aber es ist dieses Bild, dass sich die Leute immer wieder anschauen, und nicht das des Paares neben dem Brunnen. Das weiss ich.

Am zweiten Tag fand dann die kirchliche Trauung statt und die nächsten beiden Hiobsbotschaften standen ins Haus:

  1. wir durften während der Trauung keine Bilder machen (wie ich das doch hinbekommen habe, bleibt mein Geheimnis)
  2. wir hatten Dauerregen, der immer noch stärker wurde

Schauen Sie sich gerne eine Auswahl der Bilder auf meinem Blog an, hier findet Ihr den Artikel: Elke & Johannes, Alsterlounge Hamburg